Tschenglser Kultursommer Teil 7 – Geführte Wanderungen marmor&marillen
A) Die Wanderung am 04.08.2012: die Führung in deutscher und italienischer Sprache
“Incontro con la Val Venosta”
Le albicocche, le acque e le pietre raccontano…
04. agosto 2012
Punto di partenza: 0re 09.30 in piazza davanti l`albergo Corona – (Gasthaus Krone)
Itinerario: passeggiata facile senza dislivello da Lasa a Cengles. Dal paese della pietra bianca al paese al margine.
Durata di percorso: 90 minuti – pause per racconti e respiro..
Guida: Karl Perfler, Castel Cengles Tel. 3200829165 www.karlperfler.com
Prezzo complessivo per: guida, pranzo tipico nel castel Cengles, incluso bevande, ritorno a Lasa in shuttle-bus, € 28,00
Ritorno a Lasa: ore 15.00 ca.
Prenotazione obligatoria: Karl Perfler, Tel. 3200829165
Begegnung mit dem Vinschgau
„Wenn die Marillen, die Wasser und die Steine erzählen….“
04. August 2012
Treffpunkt für die Kulturwanderung: 09.30 Uhr vor dem gasthaus Krone in Laas (Zentrum)
Wegbeschreibung: leichte Wanderung vom Marmordorf Laas nach Tschengls, das Dorf am Rande,
kein nennenswerter Höhenunterschied, Gehzeit insgesamt: 90 Minuten mit
genügend Pausen unterwegs
Führung: Karl Perfler, dipl. Natur- und Landschaftsführer Tel. 3200829165
Im Kostenpreis von € 28,00 sind inbegriffen: Führung, typisches Essen in der Tschenglsburg, inklusive Getränke, Rückfahrt mit dem Shuttlebus zum Ausgangspunkt.
Rückkehr in Laas: 15,00 Uhr ca.
Anmeldung erforderlich: bei Karl Perfler, Tel. 3200829165
Die Wanderung am 05.08.2012 in der Umgebung von Laas –
in deutscher und italienischer Sprache
„Begegnung mit dem Tal der jungen Etsch“
„Ein Spaziergang zur Einfachheit und zu uns selbst“
Tag: Sonntag; der 05. August 2012
Treffpunkt: 10.00 Uhr Dorfplatz vor dem Gasthof Krone
Dauer: 2 Stunden – reine Gehzeit 40 Min. – Pausen für Gespräche und Betrachtungen
Keine Teilnahmegebühr
Führung: Karl Perfler, dipl. Natur- und Landschaftsführer Tel. 3200829165 www.karlperfler.com
Tschenglser Kultursommer Teil 5 – Wirtshausmusik in der Burg Do – 26.07.12
Marian Polin und Freunde kommen in die Tschenglsburg
und machen Wirtshausmusik
Donnerstag, den 26. Juli ab 20.00 Uhr
Das Kulturgasthaus Tschenglsburg wird immer mehr zu einem Treffpunkt für Gespräche, für Visionen. Magisch zieht dieser Raum die Menschen die auf der Suche an und die Menschen öffnen sich und reden und lernen und erfahren und geben Erfahrung weiter.
Musik als höhere Sprache
Die Musik die mit Fröhlichkeit und mit einem Lächeln und zur wahren Unterhaltung vorgetragen und gespielt wird, dient der Komunikation. Sie öffnet und ermöglicht. Danke Marian, dass Ihr in die Tschenglsburg kommt. Wir werden mit Euch feiern und es wird ein Fest werden.
Ein fröhlicher Musikabend in der Tschenglsburg – Ein Dankeschön an Dich und Deine Musikfreunde
Tschenglser Kultursommer 4/2 – Ausstellungseröffnung: Werke von Stefan Fabi
Am frühen Morgen Kornschnitt und am Abend Eröffnung der Ausstellung mit Werken von Stefan Fabi
Thema: Kunst und Wirtschaft
Mittwoch, 25. Juli – 20.00 Uhr
Diesen Abend der Ausstellungseröffnung wollen wir in einer besonderen Art gestalten. Es geht uns um den Zusammenhang zwischen Kunst und Wirtschaft. Wahre Kunst gebärt in unserem Innersten. Sie steht im Gegensatz zum Künstlichen. Um Kunst schaffen zu können, sollte es einen Ort/Raum in uns geben, der ein stimmiges, ureigenes Erzeugen und kreieren möglich macht. Dieser Raum, diese Fähigkeit können teils angeboren sein, können aber auch geschaffen werden. Welch herrliche Aufgabe von Kunst: den Beweis erbringen zu dürfen, dass es sich lohnt an diesem eigenen ganz persönlichen Raum zu arbeiten. Ihn zu festigen und aufbauend auf einem starken Fundament wachsen lassen. Im Kopieren und Nachahmen kann Kunst nicht entstehen. Kunst ist Ausdruck der Ursprungsnatur, die in Veränderung begriffen ist.
Kunst braucht die Wirtschaft und die Wirtschaft braucht die Kunst
„Wirtschaft ist die Kunst zu überleben„
Kunst hält uns den Spiegel vor. Kunst gibt uns Raum und Zeit für ein Überdenken, für ein Überlegen, für ein Nachdenken. Für ein „Überfühlen“, ein Erspüren und Erträumen. Der Traum kommt ohne Wirtschaft nicht aus. Ohne Wirtschaftlichkeit wird der Traum zum Alptraum. Ohne Visionen, ohne die Träume geht aber auch die Wirtschaft einen zum Scheitern verurteilten Linienweg. Wirtschaft und Traum leben den Kreis. Sie unterstützen sich, beschenken sich gegenseitig und erleben sich immer neu, verändert und jung und erfahren und voller Tatendrang.
Die Fähigkeit Kunst zu schauen, ist die Fähigkeit das Leben zu schauen, zu beobachten.
Mit all seinen Perspektiven und Chancen und Kreisformen. Die Fähigkeit zu Wirtschaften schenkt ein ganzheitliches Lebensbild, das es immer neu zu entdecken gilt. Dabei gibt sich das Wirtschaften nicht der Gier und dem stetigen Wachstum hin, sondern Wirtschaft ist wie eine gute Mutter die für alle sorgt. Kunst ermahnt zur Mäßigung, führt in das Maßvolle und bleibt Traum und Wirklichkeit zugleich.
Tschenglser Kultursommer Teil 4 – Kornschnitt und Ausstellungseröffnung
So hat alles begonnen – im Oktober 2011

Eine Familie - im Bild: Felix, Luzia und Thomas Spechtenhauser - die einen Acker zur Verfügung stellt
Jetzt Anfang Juli können wir die Ernte planen
Kornschnitt: Jakobi – Mittwoch, den 25. Juli 2012
Ave Maria Läuten und der gemeinsame Gang zum Kornfeld
Die Kirchenglocke der Pfarrkirche von Tschengls ruft zur Morgenandacht: AVE Maria Läuten. Alle die mithelfen wollen, das Korn zu schneiden versammeln sich um 05.30 Uhr vor der Pfarrkirche und gehen gemeinsam zum Kornfeld bei der St. Ottilia Kirche. Die Arbeitsgeräte stehen bereit.Nach dem Kornschnitt sind alle freiwilligen HelferInnen zu einem „Holbmittog“ auf dem Acker eingeladen.
Ruft an wenn Ihr mithelfen wollt. Tel. 3200829165 (Karl Perfler)
Ein Fest zwischen Vater Himmel und Mutter Erde
„Ein Dorf rückt zusammen“
Fast wäre ich zu spät gekommen, obwohl ich heute morgen sehr früh aufgestanden bin. Die Ave Maria Glocke hat mich beim Zubereiten des Frühstücks für die Kornschneider-Gemeinschaft begleitet und so standen sie bereits alle da vor der Pfarrkirche und warteten. Der Tag sucht noch nach dem Morgenlicht und JUng und Alt machen sich auf den Weg in Richtung Ottiliakirche. Schweigen und hie und da Worte die Freude ausdrücken und eine lebensfrohe Gruppe von Tschenglsern ist auf dem Weg zum Kornacker. Karl Tscholl, der Altbauer, ist schon bei der Arbeit als die Gruppe das Kornfeld erreicht und gekonnt schneidet er mit einer Sense die Roggenhalme. Die Weisheit der Erfahrung steht jetzt im Mittelpunkt und all jene die bereits mit dem Kornschneiden vertraut sind, zeigen den erwartungsvollen und neugierigen Mithelfern wie man schneidet, Bänder macht und die Garben bindet. Bald schon ist es still auf dem kleinen Ackerfeld, das ins weite Tal schaut und jeder ist beschäftigt und bei der Arbeit und die Kinder fragen und die Alten antworten, geben geduldig Anweisungen und die Bänder liegen für die Garben bereit und von den Berghorizonten zeigt sich junges Morgenlicht. Nur vom Obervinschgau drohen schwarze Wolken. Sie stören den wunderbaren Kornfrieden aber nicht. Im Gegenteil: in diesen Gewitterwolken zeigt sich alsbald und zur Freude aller Anwesenden ein farbenfroher und ausdrucksstarker Regenbogen und es ist als würde Vater Himmel in diesem Moment und für eine lange stille Zeit, Mutter Erde küssen und das ganze Tal umarmen. Immer mehr Menschen kommen zum Kornacker und es duftet nach frischem Kaffee, nach Marillenmarmelade und frischem Bauernbrot. Mein Blick aber und meine Gedanken sind auf den Sonnenberg gerichtet. Auf jenen Berg der über viele Jahrhunderte die Kornkammer der Alpen war. Nicht ohne Grund: das Getreide konnte auf diesem Berg der Sonne hervorragend gedeihen, denn die Sonne und der frische Wind sind Freunde der Getreidearten und der Ertrag war dementsprechend gut und lohnend. Von weit her sind in den vergangenen Jahrzehnten neue Anweisungen gekommen und ohne sich etwas zu denken, sind die Bauern diesen Bestimmungen gefolgt. Die goldenen Äcker sind nicht mehr und das Getreide für unser Brot wird inzwischen durch die Luft geflogen und wir reden von Vintschger und Ultner Brot und merken gar nicht, dass wir das eigenständige Denken verlernt haben. Nein, wir haben kaum noch aufrichtiges Vintschger Brot. Wir belügen uns selbst. Die Kornäcker aber sind noch da und sie wollen erlöst werden vom Aufgezwungenen und wollen wieder Brot schenken. Dazu aber braucht es ein Neues Überdenken, ein Neues Schauen. In der Talsohle erzählen die Apfelwiesen vom Fleiß und vom Einsatz der Bauern. Wir müssen keine Apfelbäume ausreißen, um Raum und Platz für die Kornäcker zu haben. Wir sollten aber in den Randgebieten und besonders auf dem Sonnenberg mit neuen Kornäckern die Arbeit im Tal aufwerten und dem ganzen Tal eine positive Erzählung geben. Die Vögel singen wieder und in der Erde leben viele Würmer und Kleintiere und gemeinsam wollen wir, in gemeinsamen Respekt und in der Gewissheit, dass wir nebeneinander Platz haben, dass Äpfel und Korn und Wiesen und Kirschen und Marillen und Beeren gut miteinander auskommen, sich gegenseitig ergänzen und dem Tal eine erfüllende Gesamtheit geben können, an einer neuen Heimat bauen. Eine Heimat die aus großen und kleinen Wirklichkeiten besteht und in der eine aufbauende Gesprächskultur herrscht und mithilft im gemeinsamen Miteinander zu leben und zu wachsen.
Danke für dieses Fest zwischen Himmel und Erde.
Karl
Tschenglser Kultursommer Teil 1 – Karin Nakagawa aus Japan – Danke Karin
Karin Nakagawa aus Japan gibt Konzert in der Tschenglsburg
Freitag, den 06.07. 2012
Beginn: 20.00 Uhr – freier Eintritt – kurze Anmeldung erbeten Tel. 3200829165
Ein Bild mit unmissverstaendlichen Botschaften
1. Karin Nakagawa aus Yokohama-Shi, Japan, ist in Ihrer Heimat ein Star.
2. Sie spielt das bei uns nahezu unbekannte traditionelle Saiten-Instrument 25-String Koto virtuos und voller Leidenschaft
3. Ihre Shows in Japan sind ausverkauft. Karin ist eine ausgezeichnete Saengerin, Schauspielerin und Musikdirektorin, die die musikalische Sprache Ihrer japanischen Herkunft sowohl in traditioneller und zeitgenoessischer Art und Weise pflegt. Fragt uns bitte nicht, wie es uns gelungen ist, ausgerechnet diese Kuenstlerin aus dem Land der aufgehenden Sonne zu uns zu holen. Sie wird da sein und am Freitag in der Tschenglsburg ein unvergessliches Konzert geben.
Danke liebe Karin
Danke, Werner, Manfred und Freunde für diesen
herrlichen Sommerabend
Und es geht weiter am Freitag, den 13. Juli – Italienischer Abend mit Maurizio und Lisa und herrlichen Fischgerichten
Tschenglser Kultursommer Teil 3 – BordunMusik Tage von So, 15.07. – Mi,18.07.
BordunMusik Tage in der Tschenglsburg
15. bis 18. Juli 2012
Alle Freunde der Bordunmusik haben die Gelegenheit, an den Abenden der BordunMusik Tage diese besondere Musik zu hören und zu genießen.
Ein schottischer Abend mit Gianni Bodini und den BordunMusikern am MOntag, den 16. Juli
Gianni Bodini, brauche ich nicht vorzustellen. In seinen zahlreichen Büchern beschreibt er die Entwicklungen und Wirklichkeiten in unserem Lande und seine Fotos sind Kunstwerke. In seinen Vorträgen redet er offen und in seiner identischen, aufrichtigen Art über unsere Heimat, der er in vielen Wanderungen und Reisen begegnet ist. Freue mich sehr, dass Gianni jetzt mit Bildern, die er bei seinen zahlreichen Reisen nach Schottland gemacht hat, in die Tschenglsburg kommt und gemeinsam mit den BordunMusikern diesen „schottischen Abend“ gestalten wird. Werde mich bemühen einen guten Schluck Vintschger Whisky von Albrecht Ebensberger zu bekommen, damit der Abend auch rund wird. Der Eintritt zu diesem Abend ist frei. Eine Voranmeldung aber ist erwünscht. (Karl Tel. 3200829165)
Referenten
Niki Fliri, einer der Begründer der Tiroler Bordunszene wird sich um die Dudelsackanfänger kümmern
Sepp Pichler, hat der Bordunmusik in Österreich wieder neuen Raum gegeben. Er kommt als hervorragender Pädagoge und Musiklehrer.
Walter Rizzo, Freund und Musiklehrer aus Faenza
Pierino oder Peter Rabanser leitet den Ensemblekurs
Gernot Niederfriniger, die Seele der Volksmusik im Oberen Vintschgau ist für das Raffele zuständig
Volker Klotz – selbst begeisterter Musiker – leitet gemeinsam mit Gernot Niederfriniger die Bordunmusik Tage in der Tschenglsburg
Lieber Gernot, lieber Volker, lieber Gianni Bodini, liebe BordunMusiker und -freunde. Danke für diese vier wunderbarne Tage. Kommt wieder in die Tschenglsburg. Wir freuen uns.
Karl
Tschenglser Kultursommer Teil 2 – Italienischer Abend am 13.07.
Freitag, der 13. Juli 2012 – Beginn 20.00 Uhr
„Italienischer Abend in der Tschenglsburg“
Musik: Maurizio Floridia und seine Frau Lisa
Im Februar waren wir bei den Menschen und Dörfern zwischen Himmel und Meer: „Cinque terre“. Wir haben drei herrliche Wandertage verbracht und nun wollen wir am Freitag, den 13. Juli in der Tschenglsburg gemeinsam feiern und alle Interessierten in die Tschenglsburg einladen.
Bei einem italienischen Abend werden wir mit typischen italienischen Speisen und Weinen, Bildern und Texten in dieses wunderbare Land zurück kehren. Dazu laden wir alle Interessierten ein.
Das Einzige das Ihr tun müßt: Euch anmelden unter Tel. 3200829165, damit wir das Fest auch würdig vorbereiten können.
Wirtschaftsgipfel im Vinschgau – Laas und Tschenglsburg
Wirtschaftsgipfel im Vinschgau
Südtirols Wirtschaftsringvertreter treffen sich in Laas
Marmor und Marillen. Das ist Laas im Vinschgau. Traditionsreiche Landwirtschaft und einzigartiger Marmor. Darum ging es auch bei einem Treffens von Vertretern des Wirtschaftsringes (SWR) aus ganz Südtirol. Eingeladen hatte Rita Egger, Vorsitzende des SWR-Vinschgau. Über 30 Repräsentanten waren gekommen, aus Industrie, Handwerk, Handel, Gastgewerbe und aus der Landwirtschaft. Zudem Vertreter aus angewandter Forschung (EURAC) und Politik. Darunter der ehemalige Landtagspräsident Dieter Steger und Senator Manfred Pinzger sowie Andreas Tappeiner, Bürgermeister von Laas und Bezirkspräsident. Mit dabei auch der bisherige SWR-Präsident Christof Oberrauch und sein Nachfolger Hansi Pichler. Die Politik müsse allerorts Rahmenbedingungen schaffen, damit sich die Wirtschaft optimal entwickeln könne, sagte Tappeiner in seiner Begrüßung vor den Geschäftsräumen der Genossenschaft ALPE. Gemeinsam mit den anderen sechs Obstgenossenschaften im Tal ist die ALPE Mitglied des Verbandes der Vinschgauer Produzenten für Obst und Gemüse (Vi.P.), welche im Jahr 370.000 Tonnen Äpfel zentral vermarktet. An die 1.800 Familienbetriebe leben davon und produzieren zu 66% den bekannten Vinschger Golden Delicious. Auch wenn der Absatz derzeit schleppend verläuft, stehe der Vinschger Apfel für Qualität ohne Kompromisse, sagte Geschäftsführer Reinhard Ladurner beim Rundgang durch die Genossenschaft.
Für höchste Qualität steht auch die Marke „Lasa Marmo“. Das „Weiße Gold aus Laas“ gilt als einzigartig in Farbe und Struktur. Aufträge kommen aus aller Welt. Der derzeit größte für die U-Bahn-Station unter dem World Trade Center in Manhattan. Ein Stück Vinschger Einzigartigkeit im Zentrum der Weltgeschichte. Einzigartige Spezialitäten aus dem Tal gab es zum Abschluss auch bei einer typischen Vinschger Marende auf Schloss Tschenglsburg.
Text: Dr. Josef Bernhart/EURAC
Im Bild (Fotos: Raffael Mooswalder): Bürgermeister Andreas Tappeiner (rechts) begrüßt die Südtirols Wirtschaftsvertreter (links davon: ALPE-Geschäftsführer Reinhard Ladurner und SWR-Bezirksobfrau Rita Egger) sowie Georg Lechner von Lasa Marmo
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Dr. Josef Bernhart
Stellv. Institutsleiter
Institut für Public Management
EURAC research
Drususallee 1, I-39100 Bozen
t +39 0471 055 410
f +39 0471 055 499
m +39 338 6788584
josef.bernhart@eurac.edu
www.eurac.edu
Ein Fest der Freude für eine gemeinsame Heimat – Herz Jesu
Nachricht vom Himmel
Mit jedem Tag ist es letzte Woche wärmer geworden und das weite Land unter einem freien Sommerhimmel zeigte sich am Herz Jesu-Sonntagabend als freundliche Wohnstube. Während die Burschen und Mädchen auf die Berge steigen um die Feuer anzuzünden, rückt bei der Tschenglsburg das Dorf Tschengls zusammen. Die hilfreichen Mitglieder der Schützenkompanie sorgen für das leibliche Wohl. Die Musikkapelle begleitet mit ihrer Musik durch den Abend und gibt dem Fest Würde und eine erfüllende Gesamtheit. Der Sepp hat die Tiroler Fahne aufgehängt und jetzt grüßt sie in den warmen Sommerabend hinein. Vom Vinschgauer Abendhimmel aber, der sich freundlich und offen zeigt, kommt eine Botschaft: Heimat bedeutet mehr als Land und Tal und Berge und Seen. Mehr als ein unwirkliches Besitzen und Wollen. Heimat ist das Fundament für die Ausflüge zu den nahfernen Träumen und zu den möglichen Wirklichkeiten. Die Heimat beginnt in uns, in jedem von uns. Tief in unserem Innersten leben wir eine eigene, einzigartige Kernkraft, die uns geschenkt ist. Als Kinder sind wir dieser unserer Kraft und Heimat am nächsten. Als KInder suchen wir keine Umwege, brauchen wir keine Ausreden, leben wir nicht von der Außenbetrachtung. Wir dürfen aufrichtig sein, einfach nur Kinder sein und auf unserem eigenen Fundament der geschenkten Kraft wachsen und Erfahrungen sammeln. Wären da nicht die Belehrer und Besserwisser und Beeinflusser und Machtgierigen, die den Menschen das Kind in sich rauben und auf die Kindesseele Platten legen, damit sie die Ursprungsnatur des Menschen plattdrücken und so alle gleich schalten. In dieser Auflösung des Eigenen geschieht Verrat und der Weg führt in eine Sackgasse, da dieser Weg kein Kreis, sondern eine aufgezwungene Linie ist, die sich nie mehr finden wird.
Festigung von Person und Region
Damit wir nicht Opfer dieser Auflösung und tendenziösen Beeinflussung werden, sollten wir so sein wie wir sind. Stark und schwach aber immer wir selbst. Dabei verlieren wir nie die Beziehung zu unserem Selbstbildnis. Wir sind und wir dürfen nach den Ausflügen in die Unsicherheiten und zu den Träumen immer wieder in unsere eigene Sicherheit, in unser eigenes Haus, in unsere eigenes Heimathaus zurückkehren. Und den Werbestrategen werden wir kritische und selbstbewusste Beobachter sein und uns nicht alles gefallen lassen. Wir haben genug von dem Aufgezwungenem und dem Überflüssigen und dem Immermehr und dem verlogenen Raum. Wir können nicht mehr, wir wollen nicht mehr. Unsere eigene Person, unser Ich leben und stärken sich im Beobachten, nicht im Hineinfallen. Heimat in uns ermöglicht die Heimat um uns. Eine Heimat die so sein darf wie sie über Jahrhunderte geprägt wurde. Verteidigt, verraten, genutzt, ausgenutzt, gelebt und geliebt. Setzen wir uns in die Sonne und in den Schatten und hören wir die Wünsche des Sonnenberges, die Träume der Täler und die Sorgen der Wasser. Und die Menschen sind fleißig und gehorsam. Manchmal gehorchen sie den großen Zusammenhängen mehr als dem eigenen Instinkt, der eigenen inneren Stimme. Und oft wird es laut im Tal und wir überhören die Wünsche, die Träume und Sorgen und geben uns dem großen Fluss der Zeit hin und arbeiten und arbeiten und arbeiten und sind nicht mehr die, die wir sind. Irgendwann werden wir die Entfernung von uns selbst spüren und die Sehnsucht wird uns fehlen, zu unserem eigenen Haus, zur Heimat in uns zurück zu kehren. Sorgen wir dafür, dass die Sehnsucht nach dem Ursprung, nach dem Aufrichtigen, nach dem Kind in uns immer wach bleibt. Die Musik, die Poesie, die Gespräche, die Stille, das Schweigen und Reden können die Sehnsucht wach halten und stärken. Wir leben und wir sind. Liebe Tschenglser, geschätzte Schützen und Musikanten, danke, dass Ihr da ward, um mit uns allen das Fest vom Herzen Jesu zu feiern. Danke für die Gedanken und danke für Euer So-Sein.
Karl
Verborgene Schönheit – Tschenglser Almen
Der Tschenglser Bach
Immer wieder haben mir die Tschenglser von ihrem Bach erzählt. Weit oben unter der mächtigen Tschenglser Hochwand beginnt der Bach seinen Weg. Meistens fließt er friedlich durch das schmucke Dorf und sein Lauf trennt Tschengls in zwei Teile. Im Spätsommer, dann wann der letzte Winterschnee im Murenkanal unter den steilen Felsenwänden schmilzt, droht Gefahr. Bei heftigen Gewittern reißt das angesammelte Wasser alles mit sich und es entsteht die Tschenglser Lahn.
Überraschende Schönheit und kostbare Stille
Auf dem Weg von der unteren zur oberen Alm genießen wir das Tosen der Wasserfälle und bestaunen die herrlichen Bergblumen die uns begleiten. Es ist wunderschön hier: die liebevolle Stille, die uns umarmt, der Blick hinauf zu den mächtigen Felsenwänden und zur stolzen Tschenglser Hochwand, die frische und wertvolle Luft, die wir atmen dürfen und die vielen Schmetterlinge die durch die freien Lüfte flattern. Und plötzlich kreist ein Adler über uns und durch sein Kreisen verrät er uns sein Nest.
Eine Hochebene die lebt
Im Tal kann niemand vermuten, welch herrliches Hochplateau die Obere Tschenglser Alm ist. Überall Blumen und nahe Berggipfel und schäumende Wasser, die ihren Weg suchen. Und am Rande der Ebene eine Almhütte, die zerbrechlich aber freundlich wirkt. Und es geht noch weiter hinauf. Richtung Westen erreichen wir Kompatsch, eine Hochebene die von einem wunderschönen Gebirgsbach durchflossen wird.
Auf dem Weg nach Kompatsch
Die herrlichste der Aussichten
Durfte oft auf Berggipfel steigen. Kaum einmal aber durfte ich, eine so herrliche Aussicht in mein Heimattal, den Vinschgau schauen. Vom Tschenglser Joch aus liegt das gesamte Tal der jungen Etsch zu Füßen und das Gipfelkreuz lädt zu dankbarer Andacht.



















































































