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Karl Perfler

Silvesterprogramm – Heidi Pixner in der Ottilia Kirche

Silvesteressen und Bittprozession

 

Abseits vom Lärm der großen Feierlichkeiten wollen wir in Tschengls auf unsere Art das alte Jahr verabschieden und das Neue willkommen heißen. Um 20.00 Uhr beginnt das Silvesteressen in der Tschenglsburg – 5 gängiges Menü mit vorwiegend Vintschgauer Köstlichkeiten – und um 23.00 Uhr starten wir die Bittprozession zur Ottilia Kirche. Alle Interssierten können auch unterwegs zur Prozession dazu kommen. (23.10 Uhr Pfarrkirche Tschengls). In der Ottilia Kirche werden wir bei einer kruzen Andacht und bei der beeindruckenden Harfenmusik von Heidi Pixner  danken und erbitten. Nach der Anfacht um 24.00 Uhr werden alle Glocken in Tschengls läuten und bei einem kleinen heißen Umtrunk bei der Kirche werden wir auf das Neue Jahr anstoßen. Anschließend gehen wir zur Tschenglsburg zurück und feiern so wie es uns gefällt.

Anmeldungen für das Silvestermenü werden bis 29. Dezember

angenommen. Tel. 3200829165 oder karl.perfler@rolmail.net

 

Schafe bei der Ottilia Kirche

Wuerdiges Begräbnis für die Mutter – Herzlicher Dank an alle……

Beim Einsegnen der Toten hatte sich die Dezembersonne für ein paar kalte Minuten verabschiedet. Dann gegen 14.15 hat sich der lange Trauerzug in Bewegung gesetzt und auf einmal schien wieder die Sonne und sie blieb bis zur St. Luzius Kirche. Gehe hinter dem hellen Sarg, schaue in die Gesichter der roten Rosen und im Sarg selbst liegt nun meine Mama. Sie wird von 4 Neffen geschoben und auf ihrem letzten Weg von vielen Menschen begleitet. Wieviele Gedanken mir durch den Kopf gehen. Frage mich: was sind eigentlich jene Bilder die sich am tiefsten in mein Gedächtnis eingeprägt haben. Die Frage ist alsbald beantwortet: es sind die Bilder der Kindheit. Lange dunkle Winter-Abende und lange Erzählungen in der warmen Küche oder in der holzgetäfelten Stube unter einem schützenden Herrgott. Und dann das immer freundliche Gesicht der Mutter. Unvergesslich ihre Lieder die in den Morgen klangen und uns Kinder geweckt haben. Welch ein Tagesanfang. Dann dieser Fleiß und Einsatz für das ganze Haus. Überall war es immer sauber und aufgeräumt und das Haus stand immer für alle offen. Und sie hat uns Kinder mit Kleidung ausgestattet, die sie sehr oft selbst genäht, gestrickt, gehäckelt, hat. Diese herrlichen Stutzen und dann die Sarnerjanker. Alle trugen wir einen Sarnerjanker und wir trugen ihn gerne und mit Stolz. Gerne erinnere ich mich an das Kreuzzeichen, das sie uns mit den feuchten Fingern auf die Kinderstirn gezeichnet hat. Und wenn wir einmal krank waren, da waren es die alten Bilder ihrer Kinder- und Jugendzeit, die sie uns gerne gezeigt hat. Und sie hat erzählt von früher und von ihrem Bruder Johann, der noch mit der Ziehharmonika draußen unter dem alten Baum gespielt hat, bevor er sich das letzte Mal in den Krieg verabschiedet hat. Und ihr Lächeln, wenn unser lieber Vater von der Alm gekommen ist und für die Mutter einen wunderschönen Blumenstrauß mit Bergblumen mitgebracht hatte. Und für uns Fußballer hatte Mutter immer die geeignete Salbe und wirksame Heilmittel. Nocheinmal hält der Begräbniszug an, oben beim Marterl. Nocheinmal der Blick zurück zum Heimathaus, das Heimathaus war. Es wird der Mama wohl sehr schwer gefallen sein, ihren Sommersaal für immer zu verlassen und ins Altersheim nach Laas zu ziehen. Aber nie hat sie gejammert und ihre eigene Kraft und Ausstrahlung hat sie befähigt im neuen Heim in Laas eine neue Heimat zu finden für ihr letztes Stück Weg. Alle haben sie wegen ihrer Fröhlichkeit und ihrer positiven Art geschätzt und gemocht. Die Abschiedsfeier im Altersheim war beeindruckend und unvergesslich. Der Begräbniszug geht weiter und nun wird es steiler auf dem letzten Stück. Die Kirchenglocke läutet und Mama kennt den Klang der Glocken. Selbst hat sie sehr oft die AVE Maria Glocke oder um „Zwölfi“ in Schanzen geläutet. Vor der Kirche noch ein letzter Halt. Der Sarg wird vor den Altar gestellt und alles scheint eine Einheit, das Wirkliche mit dem Erahnten in Harmonie verbunden. Mila, Maret und Gustav, jene Sänger die mich über Jahre mit ihren Liedern begleitet haben, sind gekommen und wollen nun meiner  Mama das letzte Geleit geben. Alles ist Frieden in der Kirche und alle tragen bei und wirken mit und sind mit ihren Herzen dabei. Am Ende der Messe spielt Florian, der Sohn von Bruder Roman ein eigenes Stück auf seiner Gitarre und seine Musik schwebt in den Raum und ist da und legt sich um die nun ruhende Mutter und bleibt für immer. Jetzt wll ich mein Versprechen einlösen und für meine Mama mit der Geige spielen. Meine Hände fühlen sich kalt an, aber ich fühle mich bereit. Will ganz in der Nähe meiner Mama spielen und gehe zum Sarg und nehme die Geige in die Hand und bevor ich den Andachtsjodler beginnne, will ich etwas sagen. Erzähle den Anwesenden von der Kraft der Frau, die bis vor wenigen Jahrzehnten stets im Hintergrund war und jetzt endlich Ausdruck finden darf und mitentscheiden und Verantwortung übernehmen. Und ich habe diese unendliche und stille Kraft der Frau bei meiner Mutter spüren dürfen, das ganze Leben lang. Und ich erzähle von der Liebe zur Natur, zur Schöpfung und zur Heimat, die ich von Vater und Mutter gelernt und die ich bei ihnen erfahren durfte. Und zum Abschluss will ich von der Weihnachtsbotschaft erzählen: habe zwei Nächte bei meiner sterbenden Mutter sein dürfen. Und ganz deutlich durfte ich diesen Übergang von Körper zur Seele begleiten. Und dieser Übergang war kein schmerzhafter, denn die Seele hatte auch im Irdischen meiner Mutter immer ihren Raum. Die Seele wurde nicht beisete geschoben und musste jetzt wo man sie braucht nicht neu gefunden werden. Nein, sie war immer schon da. Und in diesen durchwachten Nächten zeigten sich mir die Bilder der Etsch, die ich bis zum Meer zu Fuß begleitet hatte. Die Wassertropfen, die sich in die Unendlichkeit des Meeres legen, sterben nie, hören nicht auf zu leben. Sie werden im ewigen Kreis des Meeres aufgenommen. Mama, danke, für diese Bilder die Du mir geschenkt hast. Bei meinen Vorträgen habe ich oft von Dir, von dieser Kraft der Frau,  gesprochen. Die Liebe zur Heimat und Natur darf ich leben und ich will bestrebt sein mit jedem Augenblick, der Dimension des Nicht-Messbaren noch näher und tiefer zu kommen, damit ich so werden kann wie Du, so sterben darf wie Du. In Frieden und mit einer starken Botschaft. Jetzt spiele ich für Dich noch einmal den Andachtsjodler. Ruhe sanft und umarme Tata.

Dein Karl

Auf diesem Wege möchte ich mich bei allen die am Gebet und an der Beerdigung teilgenommen  haben, ganz, ganz herzlich bedanken. Ihr ward und seid uns allen Trost und neue Aufmunterung. Ganz persönlich und von ganzen Herzen möchte ich mich bei Euch Tschenglsern bedanken. Eure Unterstützung hat mir in diesen schweren Tagen sehr wohl getan und ich werde mein Bestes geben, damit ich mich bei Euch bedanken kann.

Karl

Die Stille schenkt Ahnung und Sehnsucht

 

Lebendiger Traum

Weite Ewigkeit

Die Mama ist jetzt beim Tata

Weihnachtsbotschaft – im Sterben ruht das Geheimnis des Lebens

 

Im Leben gibt es Momente wo ich keine Sprache mehr finde. Habe gelernt mit dem Fluss zu reden, den Blumen zuzuhören und mit den Sternen zu lieben. Bin lange Wege gegangen zu den unendlichen Weiten und habe erkennen dürfen, dass unser Leben mehr ist als ein Aneinanderreihen von Wirklichkeiten und Träumen. Bin der Liebe begegnet und der Freude, durfte Niederlagen und Enttäuschungen überleben und meine Wege pflastern und festigen und darf frei sein. Ende November habe ich Euch vom Tschenglser Sternenhimmel erzählt und von der Himmelsleiter. Und in selbiger Nacht bin ich auf meinem Nachtspaziergang durch Tschengls meiner Mutter begegnet und meinem verstorbenen Vater und die Bilder aus der rußschwarzen Küche sind zurück gekehrt und die Lieder der Mutter die uns Kinder in den Tag riefen. Mama hat jetzt die Himmelsleiter bestiegen und ihr Sein aus Körper und Seele ist umgewandelt in Seele. Und beim Abschiednehmen in den durchwachten Nächten durfte ich hinübergleiten in jene Dimension, die uns der Lärm der Zeit sehr oft versperrt. Eine Dimension die im Alltag unseren Glauben heraus fordert. In dieser Zeit des Sterbens aber war dieses weite Land von Seele deutlich und eindeutig spürbar und der Körper überließ nach und nach all seine Kraft jener Unendlichkeit und Ewigkeit die immer schon war und ist und sein wird. Und so hat meine geliebte Mama mir eine Weihnachtsbotschaft hinterlassen: das was für das Sterben gilt, gilt auch für das Leben. Wir Menschen besitzen die Fähigkeit in unser Innerstes einzutauchen und im Raum des nach menschlichem Maße nicht Messbaren jene Kraft zu spüren, die uns immer wieder zu wahren Menschen macht. Zu Menschen die mit Körper und Seele „ausgestattet“ sind und deshalb keine Angst, wirklich keine Angst haben müssten. Mit dieser „Ausstattung“ dürfen  wir unterwegs sein und unsere eigenen Wege erkennen und frei entscheiden. Dieses „Rüstzeug“ befähigt uns zu einer großen Gelassenheit und zu einem gelebten inneren Frieden und wir werden zu Beobachtern des Geschehen. Im rein Rationalen, im lauten Gewirr von Zahlen und Quoten regiert  die erbarmungslose Jagd nach immer mehr und früher oder später hat dieses Mehr ein Ende und wir landen in einer Sackgasse aus der wir uns nur schwer befreien können. Bis zu ihrem körperlichen Ende hat Mama Zuversicht und Vertrauen und Optimismus gelebt und in das  Altersheim von Laas positive Gedanken gelegt. In ihrem mit Würde und unendlichem Frieden gelebtem Sterben hat sie mir, uns allen, die kostbarste Botschaft hinterlassen: folgt der Sprache Eures Herzens, nützt Eure „wertvolle Ausstattung“ für die Liebe und für das Leben. Und hinter ALLEM lund in ALLEM liegt die erahnte Gesamtheit und Zusammenfassung verborgen, jene bewegende und begleitende Kraft, die wir Gott nennen dürfen. Zu diesem Gott, geliebte Mama, hast Du mir durch Dein Leben und besonders durch Dein Sterben den Weg geebnet. Danke, Mama und ruhe in Frieden.

Dein dankbarer Bua, Karl

 

Hinter dem Greifbaren ruht das Wunder der geheimnisvollen Ahnung

 

 

Beerdigung und Beten

 

Wir begleiten unsere geliebte Mama am Montag, den 19. Dezember 2011 zum Ortsfriedhof bei der St.Luzius Kirche in Goldrain. Ausgangspunkt ist um 14.00 Uhr die St.Maria Kapelle in der Graf Hendlstrasse in Goldrain. (unterhalb der Volksschule und Kindergarten) Bei der Vorabendmesse am Samstag, 17. Dezember – Beginn 18.30 Uhr – und beim Rosenkranz am Sonntag – Beginn um 19.30 Uhr – werden wir unserer verstorbenen Mama gedenken. Allen die an den Andachten und an der Beerdigung teilnehmen und ihrer im Gebet gedenken, ein herzliches Vergelts-Gott.

 

Eine Weihnachtserzählung: „Warum nicht einfach tun?“

Eine Erzählung zum Fest der Hl. Ottilia, die heute in Tschengls mit einem Wortgottesdienst um 15.00 Uhr gefeiert wird. Die Hl. Ottilia ist die Patronin für das Augenlicht und wird besonders bei Augenleiden angerufen und um ihre Fürbitte und Hilfe gebeten. In den vergangenen Monaten durfte ich öfters in ihrer Kirche bei den alten Feldern sein und sie um ein Neues Sehen, ein wachsendes Erkennen, bitten.

Wir sind im Jahre 2012. Langsam aber sicher brechen bestehende auf  Zahlen und Quoten aufgebaute und fixierte Scheinwelten zusammen und wir finden uns bei unseren Wirklichkeiten wieder. Unser Land und unsere Menschen haben noch starke Wirklichkeiten, nur sind sie oft hinter aufgezwungenen und einseitig gelebten Gedanken versteckt und verschollen. Es passiert aber ein kleines Wunder. Gastgeber und Bauern und Handwerker und viele andere Interessierte setzen sich an einen Tisch und beraten über die neue Situation. Das Zusammentreffen findet in einer Burg in einem Dorf am Rande statt. Am Beginn der Sitzung ist es sehr still. Niemand von den Anwesenden will beginnen. Gesenkte Häupter in der Runde und alle warten gespannt auf die erste Wortmeldung. Denn es hatte niemand eingeladen und niemand fühlte sich als Wortführer. Das Zusammentreffen ist durch ein Wunschdenken zussstande gekommen und irgendwie sind sie alle durch eine Sehnsucht angetrieben gekommen und wollen verändern, wollen sich ändern. Die Anspannung ist kaum auszuhalten und  plötzlich steht ein Mann mittleren Alters auf und beginnt zu reden. Es scheint als würde er nicht für sich, sonderrn für alle Anwesenden reden. Er ist nur das Werkzeug dieser großen Kraft der Erneuerung, die jetzt in der uralten Stube spürbar und erkennbar wird. „Unsere innere Stimme, über Jahre und Jahrzehnte fast erdrückt und niedergebrüllt, hat uns hier in dieser Stube zusammengebracht. Alle spüren und wissen wir, dass wir nur dann  in Frieden und in einem freien Wohlbefinden leben werden können, wenn wir uns unserer Stärken und Werte besinnen und sie gemeinsam zum Wohle aller einsetzen. Wohlstand muss neu definiert werden. Die Jagd nach diesem  Schein-Wohlstand hat uns zu Getriebenen ohne Freude gemacht. Wir alle haben gearbeitet, auch hart gearbeitet, aber kaum jemand hat dabei geachtet seine eigenen Wünsche und Träume in seine Arbeit mit einzubeziehen. Langsam aber stetig haben wir uns einem Rhythmus angepasst, der nicht der unsere sein kann. Wir haben in unserer Schnelligkeit Entwicklungsstufen übersprungen – durch bestimmte Subventionen sind diese Entwicklungen beschleunigt  worden – und hängen jetzt sozusagen in der Luft. Uns fehlt im wahrsten Sinne des Wortes der Boden unter unseren Füßen. Wir Gastgeber bieten unseren Gästen Erzeugnisse aus der ganzen Welt an, richten uns in unseren Ivestitionen und Aktionen nach den Modeerscheinugen und sind dauernd unter Druck. Wir bemühen uns aber nicht mutig und bewusst die Kraft unserer eigenen Heimat zu erkennen und zu leben. Unweigerlich sind wir bald über die Grenzen hinaus alle im selben Boot, unterscheiden uns kaum in unseren Angeboten und werden immer mehr Werbung machen müssen, um in dieser erbarmungslosen Jagd überleben zu können. Dabei haben wir eine Heimat, die dann keine Konkurrenz fürchten muss, wenn wir unser Potential gemeinsam erkennen und nützen und fühlen.“ In der holzgetäfelten Stube sind die Köpfe der Menschen aufgerichtet und die Augen sehen sich an. Die Anwesenden spüren, daß der Redner ohne Namen Dinge beim Namen nennt, ausspricht was viele hier in der Stube denken. Allein haben sie den Zugang zu diesen Gedankenräumen nicht finden können. Jetzt in der Gemeinschaft scheint der Weg gangbarer und wirklicher. Eine kurze, aber starke Atempause und der Mann mittleren Alters fährt fort: “ Der erste Schritt ist immer der schwierigste und er ist zugleich entscheidend. Er zeigt die Richtung an. Und es hilft uns nicht weiter, wenn wir nach Außen gehen, ohne im INNERN zu sein. Zu allererst sollten wir die Heimat in uns suchen. Jene Kraft die unsere eigene ist. Diese ureigene, von großen Gesamtheiten gewollte und geschenkte Kernkraft, die in jedem von uns vorhanden ist. Und da stoßen wir auf Widerstände. Das Anerzogene, das absolut Gehorsame, das Hörige wehrt sich gegen die Sehnsucht nach Freiheit im Menschen. Genauso wie fremde und versteckte Mächte nicht wollen, dass wir ein eigenes Denken erarbeiten und ein eigenes Fühlen und Spüren suchen und unseren Sehnsüchten, der Sprache unseres Herzens folgen, genauso spüren wir beim Setzen des ersten Schrittes, Bauchweh. Was werden wohl die leute im Dorf sagen? Was werden meine Freunde sagen, wenn ich mich auf einmal so benehme wie ich eigentlich bin, wie ich immer schon sein wollte, weil ich so bin. So einzigartig und in meiner Einzigartigkeit stark und schwach und freier Mensch. Und so trotten wir dahin, nehmen sehr oft den scheinbar leichteren Weg und irgendwann erkennen wir, dass wir überhaupt nicht auf einem Weg sind, dass wir schon lange stehen geblieben sind und namenlos und ohne eigenes bewusstes Sein Abhängige und Getriebene und Vertriebene geworden sind. Und jetzt bemerken wir plötzlich den Abgrund, der sich zwischen unserem Wollen und Tun aufgetan hat. Und beschämt und mit Selbstvorwürfen leben wir in die Zeit und flüchten und rennen und machen Lärm und schreien und dann wenn es nicht mehr weiter geht, sind wir still und ohne Atem. Tot gelebt.“ Jemand hat das elektrische Licht ausgeschaltet, in der Stube. Auf den Tischen stehen brennende Kerzen bereit. Jetzt erst, da sie keine Konkurrenz von den starken Glühbirnen mehr haben, kommen die bescheidenen und wärmenden Kerzen zur Geltung. Und jetzt erst werden die Fenster der Stube zu Aussichtsfenstern. Wie gebannt und urplötzlich schauen die stillen Menschen von der Stube ins weite, lichtgeflutete Tal. In der Weite überwiegt das Dunkel der Nacht und der Kontrast zwischen Dunkelheit und Licht macht das Licht zu einem Lichtermeer und die Lichter wirken freundlich und warm. „Warum nicht einfach tun?“, fährt der Redner fort. „habe Euch eine Weihnachtserzählung versprochen. Was haben meine Überlegungen mit Weihnachten zu tun? Auf dem ersten Blick wenig. Und trotzdem liegt im Geheimnis von Weihnachten eine Lösung. Wie nie im Jahr sind die Menschen offen, feinfühlig, bereit, bei sich selbst und ganz in der Nähe (jedenfalls die Meisten) jener Kernkraft von der ich vorher erzählt habe. Niemand wird genau wissen, was die eigentliche Kraft von Weihnachten ist. Auch die Soldaten an der Front, die am Weihnachtsabend ihre Maschinengewehre in die dunklen Schützengräben gelegt haben und gemeinsam – Feind und Freund – gesungen haben, konnten sich den plötzlichen Wandel nicht erklären. Müssen wir alles verstehn? Ist nicht gerade die Tatsache, dass es etwas gibt, das nicht im Denken zu erfassen, zu erklären ist, Grund genug, dieser anderen Dimension des Nicht-Denkbaren, des Nicht-Messbaren, nach zu gehen. Wollen wir nicht gemeinsam diese Sehnsucht von Weihnachten mit in die Zeit nehmen und in unseren Taten ausdrücken? Was und wer hindert uns daran jetzt und neu zu beginnen und Weihnachten als kostbare Botschaft zu leben und in die Tat umzusetzen? Es sind immer wieder diese Gedanken, diese lärmenden Gedanken die in unseren Köpfen seit ewigen Zeiten herumschwirren, die uns den endgültigen Zugang zum Weg nach Weihnachten, zur Sehnsucht nach unserer eigenen Kernkraft und Liebe versperren. Wünsche Euch alle so zu sein, wie Ihr gerne seid und wünsche Euch allen Wege die die Euren sind. Folgt der Sprache Eures Herzens, gebt Eurer plattgedrückten Sehnsucht Raum und atmet Seelenluft und hört die Bäche singen und erlaubt Euch stark und schwach zu sein und ganz Mensch. Wenn Ihr Zweifel habt, redet mit denen die bereits ein Stück des Weges hinter sich haben. Wenn ihr Angst habt und kein Vertrauen mehr, wisset, die Kraft von Weihnachten kostet nicht Euro sondern Liebe. Eure Liebe zu Euch selbst. Und Ihr seid bereits unterwegs, sonst hättet Ihr es nicht bis hier her durch gehalten.“


Zuerst dürfen wir das Licht in uns stark machen, um es weiter geben zu können

......dann dürfen wir zu Lichtträgern werden ... und dies nicht nur zu Weihnachten



 

Euer Karl

Die Erzählungen in den Augen der Kinder

Mit Schwung und mit einer großen Vorfreude kommen sie herein gestürmt, die Kinder von Tschengls, die heute ihre eigenen Kekse backen wollen. In der Stube brennt das Licht in einer Laterne und auf dem Adventkranz sind es bereits zwei Kerzen die ihr Licht und Wärme verströmen. Die Mütter – danke an Euch – haben alles vorbereitet und nun kann es losgehen. Die Zutaten für den Teig werden vermischt und dann wird geknetet und geknetet und probiert und genascht und gelacht und über allem ruht eine große Kraft, die sich in den Raum legt. Die Gedanken werden hier zu einem gemeinsamen Tun, zu einem gemeinsamen Handeln und niemand fragt nach oder stellt in Frage. Im Mittelpunkt steht die Freude dieser Kinder und die Freude der Mütter an der Freude der Kinder. Das Backrohr wird vorgeheizt und dann werden die ersten mit verschiedenen teigfiguren belegten Blecher in den Ofen geschoben. „Man muss aufpassen. Am Anfang geht es meistens langsam, dann aber verbrennen die Kekse leicht“, mahnt eine fürsorgliche Mutter, die immer wieder nachsieht, ob wohl alles in Ordnung ist. Und es dauert wirklich nicht lange und die reich verzierten, bunten Kekse sind fertig. Zeit zum Abküheln ahben sie kaum. Die Kinder freuen sich auf ihre Kekse und sie schmekcne hervorragend. Dazu gibt es eine heiße Schokolade und draußen fällt der erste Schnee. Man merkt den Kindern an, dass es schneit. Sie freuen sich und die Erwachsenen freuen sich heimlich mit. Die Tschengslburg ist durch Euch Kinder, durch Euch Mütter  mit einer neuen Kraft, mit neuen positiven Gedanken bereichert und die Menschen die in die Burg kommen werden es spüren. Wünsche Euch allen eine erfüllende, sehnsuchtsvolle Adventszeit.

 

Karl

 

Kinderleben

 

 

 

 

Freiwillige Aufmerksamkeit

Mädchenträume

 

 

 

 

Interessierte Zuseher

Die Leichtigkeit des Seins

Vielfalt in der Einfachheit

das Glück der Zier

Die Bild-Sprache

Bereit für den Ofen

Jetzt wird der Erfolg gefeiert und gekostet

Stille Sehnsucht und Sehnsucht nach Stille

das verschleierte Zauberschloss

Nikolaus, Engel und die Ministranten in der Tschenglsburg

Am Sonntag zogen der Nikolaus, die Engel und die Krampusse in Tschengls von Haus zu Haus und erfreuten die aufgeregten und wartenden Kinder. Zum Abschluss kam die Gruppe dann ins Schloss. Habe mich über den Besuch sehr gefreut.

Gestern, am Dienstag waren die Ministranten mit der Leiterin, Doris, in der alten Stube des Schlosses  und trafen sich zur Nikolausfeier. Einige der Ministranten hatten ihre Instrumente mitgebracht und die Stube füllte sich mit Advents- und Weihnachtsklängen. Zur Überraschung aller nahm dann der Wirt seine Geige und spielte bekannte Weihnachtslieder.

Musizierende Ministranten und Doris, die Leiterin

Die Ministranten, zwei Musiker und die Leiterin Doris

 

Der Hl. Nikolaus und seine zwei reizenden Engel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tschenglser Kinder backen Kekse in „ihrem Schloss“.

Am Mittwoch werden Kinder von Tschengls in die Tschenglsburg kommen und unter Anleitung und in Begleitung von engagierten Müttern, Weihnachtskekese backen. Gerne stelle ich die untere Stube und die Küche zur Verfügung.Vor wenigen Wochen haben diesselben Kinder in der Nähe der Ottilia Kirche einen Acker mit Brotgetreide angesät. Jetzt werden sie nicht weniger begeistert, ihre eigenen Weihnachtskekse backen und sich an der Mühe, am Mit-Dabei-Sein, an der Gemeinschaft, freuen.

Karl

„Ich war im Krieg“, Wanderausstellung in der Tschenglsburg- 31.01. bis 12.02.2012

Die Landesrätin, Frau Sabina Kasslatter Mur hat die Ausstellung:  „Ich war im Krieg“,  als „wertvollen Beitrag zur Aufarbeitung von Zeitgeschichte und zur Friedenssicherung“ bezeichnet. Frau Ruth Kuntner vom Bildungsauschuss Laas/Tschengls hat sich bemüht diese beeindruckende Ausstellung nach Tschengls, in die Tschenglsburg zu bringen. Genannte Ausstellung wird vom 31. Jänner bis einschließlich 12. Februar in den Räumen der Tschenglsburg zu sehen sein. Es werden Bilder und andere Dokumente gezeigt werden, die Herr Luis Raffeiner während des Russlandfeldzuges geknipst und gesammelt hat. Frau Luise Ruatti aus Naturns, hat Herrn Raffeiner dabei unterstützt seine Lebenserinnerungen aufzuzeichnen und im Anschluss daran ist das Buch mit dem eindrucksvollen Titel: „Wir waren keine Menschen mehr“, erschienen. Näheres über die Ausstellung, das Buch und über das betreffende Rahmenprogramm in den nächsten Tagen auf dieser Internetseite.

Karl

 

Adventszeit – ein kleines Geschenk – Rezept für die Zelten

Die Bäuerinnen von Tschengls haben ihre Zelten in der Tschenglsburg gebacken und möchten nun das Rezept als kleines Geschenk zur Adventszeit an alle Interessierten zum Nachbacken weitergeben. Die Bäuerinnen und der Schlosswirt Karl wünschen eine Adventszeit, die Weihnachten erahnen hilft und die Fähigkeit der nährenden Stille und der gelebten Gelassenheit.

 

Das Rezept

1/2 kg Rosinen, 1/2 kg getrocknete Feigen, 200 g Datteln, 200 g getrocknete Birnen, 250 g Walnüsse, 150 g Pignoli, 100 g Zitronat, 100 g Aranzini und Schale von 1 Zitrone und 1 Orange, 200 g Honig, 1/8 l Rum oder Weinbrand, 1 gestrichener Teelöffel Zimt, 1 Messerspitze Nelkenpulver, 250 g Brotteig (250 g Weizenmehl, etwas Hefe, Wasser, Salz zu festem Teig kneten und 1 Stunde gehen lassen), kandierte Früchte und Mandeln zum Verzieren der Zelten

 

Rosinen gut waschen und abtrocknen, dann alle Früchte und Nüsse kleinwürfelig schneiden, in eine große Schüssel geben, Saft und Schale von Zitrone und POrange und Gewürze dazugeben, alles vermischen, mit Rum tränken, zudecken und über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag die Masse mit dem Brotteig vermischen. Ovale, flache Laibe formen, auf ein befettetes Backblech geben, mit Zucker und Honigwasser bestreichen und bei mäßiger Hitze ca. 45 Minuten backen. Zwischendurch mit Zuckerwasser bestreichen. Mit kandierten Früchten und Mandeln verzieren, gut auskühlen lassen (eine Nacht und einen Tag).

 

 

 


 

 

 

 

Seelenlandschaft auf festem Boden – Zelten backen

Und täglich werden wir eingelullt und verbogen und angelogen und genarrt und wir sehen weiterhin unbewusst und nur so beiläufig fern, warten weiterhin ungeduldig und süchtig  auf die Zeitungen, lassen uns weiterhin bewerben und von den wohlklingenden Melodien des Marktes betäuben. Und dann an einem der letzten Novembertage treffen sich 20 Frauen, Mütter, Menschen, Kinder zum Zelten backen in einer alten Burg. Sie sind einfach da. Mit ihrer Neugier, mit ihrer Lust und Freude gemeinsam etwas zu gestalten und zu formen. Angeregt von Menschen, die die Schnauze voll haben von all den Betäubungen und von dem Fremden, das uns von uns selbst entfernt und uns zu hilflosen Hörigen macht, finden sich fleißig arbeitende Frauen und sorgende Mütter rund um einen großen Tisch und bilden einen Kreis. Für ein paar Lichtstunden legen sie ihr Sein in diesen Menschen- und Gedankenkreis und plötzlich sind alle Beteiligten dabei, selbst mit dabei und unter Anleitung einer Frau, die sich vorbereitende Gedanken gemacht hat, arbeiten sie, werden kreativ, rücken zusammen, reden miteinander, tauschen Erfahrungen aus, finden wieder zusammen, räumen Vorurteile aus, freuen sich, singen miteinander, erzählen und sind bei sich. Und das Ergebnis aus vielen Gedanken und aus eigenen Fertigkeiten wird  geboren, kann sich sehen lassen. Und in der Küche scharen sich alle um den Ofen der das Werk vollenden wird und dann die ersten Kostproben. Ja, sie sind gut gelungen die Zelten und sie werden nach dem Abkühlen noch besser und dann packt jede ihre Kostbarkeit ein und nimmt ein Stück von diesem Novembernachmittag mit nach Hause, in eine andere Welt, die nicht mehr so ist wie vorher. Der Nachmittag hat den beteiligten Frauen in der Gemeinschaft, ein Stück vom eigenen Weg zurück gebracht. Das mitgebrachte Stück Zelten ist wie ein Bild, das von einem Aus-der-Zeit Treten erzählt und ein Stück eigener Traum und eigene Wirklichkeit. Die Wirklichkeit wird durch unsere Sinne begrenzt. Wir denken unsere Wirklichkeit. Der Traum hat keine Grenzen. Er druchdringt uns, macht uns lebendig. Die Seele lebt im Traum, nicht in der Wirklichkeit. Und der Traum entsteht und wächst aus unserer eigenen, inneren Kernkraft, aus unserer eigenen Wirklichkeit heraus. Lassen wir uns unsere Träume von all den Schnelligkeiten und gläsernen Scheinwelten nicht wegnehmen, bleiben wir bei uns und wachsen wir aus unserer Kraft heraus. Dann werden wir fähig werden, unser eigenes Sein in die Gemeinschaft zu tragen und immer wieder gestärkt und bereichert ein Stück „Zelten“ mit in die Wirklichkeit des Alltags zu nehmen. Die Licht-Tage, die Tage  ohne Sonnenlicht in Tschengls begleiten uns zu unserem eigenen Licht, zu unserem eigenen Traum, der uns unsere Wirklichkeiten meistern hilft. Vom Tag unserer Geburt an, tragen wir unser Wesen, unsere Kraft in uns. Nie mehr wird dieses Licht in uns erlöschen. Manchmal aber sehen wir im Lärm der Zeit und in den lichtgefluteten Tagen unser eigenes Licht nicht mehr und sind nicht mehr. Die Nacht ist nicht nur Dunkelheit. Die Nacht ist ein Kind, gezeugt aus der Liebe des Lichts. Nur wenn wir uns selbst verlassen, uns den Oberflächlichkeiten und dem Aufgezwungenen ausliefern, sind wir Nacht ohne Licht. Bei uns selbst finden wir zu einer tieferen Wirklichkeit, die uns nährt und das eigentliche Leben beschert. Unser eigener Weg und die Zeit führen uns immer näher an jenen Ort, wo die Stimme der Seele deutlicher wahrnehmbar wird. Seelenlandschaft. Danke, Bäuerinnen von Tschengls, danke. Ihr seid in die Burg gekommen und habt die Räume der Burg mit positiven und eigenen Gedanken gefüllt, zu einem festen Boden begleitet. Ein Stück von Euch habt ihr aus diesem Raum der Gemeinschaft mit in Eure Heimathäuser genommen und dieses Stück von Eurem Ich soll Euch Kraft geben und Euch beistehen wenn es gilt aus dem Supermarkt der Angebote und der Reize auszuwählen. Fragt in Eurem Innersten nach, bevor ihr entscheidet. Ihr seid stärker als ihr glaubt. Folgt der Sprache Eures Herzens und lebt Eure Träume, damit eure Wirklichkeiten zu eigenen erfüllenden und glücktragenden Wirklichkeiten werden können. Das Stück von Euch, das ihr hier in der Burg zurück gelassen habt, werde ich behüten und irgendwann genießen. Danke.

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Euer Karl

 

 

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