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Wuerdiges Begräbnis für die Mutter – Herzlicher Dank an alle……

Beim Einsegnen der Toten hatte sich die Dezembersonne für ein paar kalte Minuten verabschiedet. Dann gegen 14.15 hat sich der lange Trauerzug in Bewegung gesetzt und auf einmal schien wieder die Sonne und sie blieb bis zur St. Luzius Kirche. Gehe hinter dem hellen Sarg, schaue in die Gesichter der roten Rosen und im Sarg selbst liegt nun meine Mama. Sie wird von 4 Neffen geschoben und auf ihrem letzten Weg von vielen Menschen begleitet. Wieviele Gedanken mir durch den Kopf gehen. Frage mich: was sind eigentlich jene Bilder die sich am tiefsten in mein Gedächtnis eingeprägt haben. Die Frage ist alsbald beantwortet: es sind die Bilder der Kindheit. Lange dunkle Winter-Abende und lange Erzählungen in der warmen Küche oder in der holzgetäfelten Stube unter einem schützenden Herrgott. Und dann das immer freundliche Gesicht der Mutter. Unvergesslich ihre Lieder die in den Morgen klangen und uns Kinder geweckt haben. Welch ein Tagesanfang. Dann dieser Fleiß und Einsatz für das ganze Haus. Überall war es immer sauber und aufgeräumt und das Haus stand immer für alle offen. Und sie hat uns Kinder mit Kleidung ausgestattet, die sie sehr oft selbst genäht, gestrickt, gehäckelt, hat. Diese herrlichen Stutzen und dann die Sarnerjanker. Alle trugen wir einen Sarnerjanker und wir trugen ihn gerne und mit Stolz. Gerne erinnere ich mich an das Kreuzzeichen, das sie uns mit den feuchten Fingern auf die Kinderstirn gezeichnet hat. Und wenn wir einmal krank waren, da waren es die alten Bilder ihrer Kinder- und Jugendzeit, die sie uns gerne gezeigt hat. Und sie hat erzählt von früher und von ihrem Bruder Johann, der noch mit der Ziehharmonika draußen unter dem alten Baum gespielt hat, bevor er sich das letzte Mal in den Krieg verabschiedet hat. Und ihr Lächeln, wenn unser lieber Vater von der Alm gekommen ist und für die Mutter einen wunderschönen Blumenstrauß mit Bergblumen mitgebracht hatte. Und für uns Fußballer hatte Mutter immer die geeignete Salbe und wirksame Heilmittel. Nocheinmal hält der Begräbniszug an, oben beim Marterl. Nocheinmal der Blick zurück zum Heimathaus, das Heimathaus war. Es wird der Mama wohl sehr schwer gefallen sein, ihren Sommersaal für immer zu verlassen und ins Altersheim nach Laas zu ziehen. Aber nie hat sie gejammert und ihre eigene Kraft und Ausstrahlung hat sie befähigt im neuen Heim in Laas eine neue Heimat zu finden für ihr letztes Stück Weg. Alle haben sie wegen ihrer Fröhlichkeit und ihrer positiven Art geschätzt und gemocht. Die Abschiedsfeier im Altersheim war beeindruckend und unvergesslich. Der Begräbniszug geht weiter und nun wird es steiler auf dem letzten Stück. Die Kirchenglocke läutet und Mama kennt den Klang der Glocken. Selbst hat sie sehr oft die AVE Maria Glocke oder um „Zwölfi“ in Schanzen geläutet. Vor der Kirche noch ein letzter Halt. Der Sarg wird vor den Altar gestellt und alles scheint eine Einheit, das Wirkliche mit dem Erahnten in Harmonie verbunden. Mila, Maret und Gustav, jene Sänger die mich über Jahre mit ihren Liedern begleitet haben, sind gekommen und wollen nun meiner  Mama das letzte Geleit geben. Alles ist Frieden in der Kirche und alle tragen bei und wirken mit und sind mit ihren Herzen dabei. Am Ende der Messe spielt Florian, der Sohn von Bruder Roman ein eigenes Stück auf seiner Gitarre und seine Musik schwebt in den Raum und ist da und legt sich um die nun ruhende Mutter und bleibt für immer. Jetzt wll ich mein Versprechen einlösen und für meine Mama mit der Geige spielen. Meine Hände fühlen sich kalt an, aber ich fühle mich bereit. Will ganz in der Nähe meiner Mama spielen und gehe zum Sarg und nehme die Geige in die Hand und bevor ich den Andachtsjodler beginnne, will ich etwas sagen. Erzähle den Anwesenden von der Kraft der Frau, die bis vor wenigen Jahrzehnten stets im Hintergrund war und jetzt endlich Ausdruck finden darf und mitentscheiden und Verantwortung übernehmen. Und ich habe diese unendliche und stille Kraft der Frau bei meiner Mutter spüren dürfen, das ganze Leben lang. Und ich erzähle von der Liebe zur Natur, zur Schöpfung und zur Heimat, die ich von Vater und Mutter gelernt und die ich bei ihnen erfahren durfte. Und zum Abschluss will ich von der Weihnachtsbotschaft erzählen: habe zwei Nächte bei meiner sterbenden Mutter sein dürfen. Und ganz deutlich durfte ich diesen Übergang von Körper zur Seele begleiten. Und dieser Übergang war kein schmerzhafter, denn die Seele hatte auch im Irdischen meiner Mutter immer ihren Raum. Die Seele wurde nicht beisete geschoben und musste jetzt wo man sie braucht nicht neu gefunden werden. Nein, sie war immer schon da. Und in diesen durchwachten Nächten zeigten sich mir die Bilder der Etsch, die ich bis zum Meer zu Fuß begleitet hatte. Die Wassertropfen, die sich in die Unendlichkeit des Meeres legen, sterben nie, hören nicht auf zu leben. Sie werden im ewigen Kreis des Meeres aufgenommen. Mama, danke, für diese Bilder die Du mir geschenkt hast. Bei meinen Vorträgen habe ich oft von Dir, von dieser Kraft der Frau,  gesprochen. Die Liebe zur Heimat und Natur darf ich leben und ich will bestrebt sein mit jedem Augenblick, der Dimension des Nicht-Messbaren noch näher und tiefer zu kommen, damit ich so werden kann wie Du, so sterben darf wie Du. In Frieden und mit einer starken Botschaft. Jetzt spiele ich für Dich noch einmal den Andachtsjodler. Ruhe sanft und umarme Tata.

Dein Karl

Auf diesem Wege möchte ich mich bei allen die am Gebet und an der Beerdigung teilgenommen  haben, ganz, ganz herzlich bedanken. Ihr ward und seid uns allen Trost und neue Aufmunterung. Ganz persönlich und von ganzen Herzen möchte ich mich bei Euch Tschenglsern bedanken. Eure Unterstützung hat mir in diesen schweren Tagen sehr wohl getan und ich werde mein Bestes geben, damit ich mich bei Euch bedanken kann.

Karl

Die Stille schenkt Ahnung und Sehnsucht

 

Lebendiger Traum

Weite Ewigkeit

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