Der Tschenglser Sternenhimmel
Warum ist der Tschenglser Sternenhimmel ein besonderer? Habe ich mich auch gefragt, als ich gestern zu später Stunde allein durch das ruhige Dorf spazierte und hinter den Fensterscheiben Menschen in ihren Träumen erdachte. Und immer und überall, in den engen Gassen des Dorfes und in der Nähe des Baches, war der Blick zum Sternenhimmel frei. Keine unlautere Konkurrenz von den künstlichen Lichtquellen. Nein, die Sterne standen oben am Himmel allein und spiegelten Millionen Augen und Herzen wieder. Als ich dann wieder Richtung Schloss einbog, war es als wollte einer der Sterne etwas sagen. Ich blieb stehen und hielt für einen Moment den Atem an. Ganz ruhig war es jetzt im Dorf, nur der Bach sang sein ewig Lied. Ungeduldig wartete ich auf die Stimme des Sternes und da hörte ich hinter mir Schritte, die auf mich zukamen. Ich drehte mich um und wollte etwas sagen. Ich sah aber niemanden. Es war niemand da. Jetzt spürte ich aber ganz nah meine Mutter, die im nahen Altersheim in Laas lebt und ich durfte mich zurück denken in jene rußschwarze Küche die mir Heimat war. Und ich hörte wie meine geliebte Mutter mir von der Milchstrasse erzählte und von der Himmelsleiter und von den vielen, unzähligen Sternen die alle Engel sind. Und unter dem Tschenglser Sternenhimmel war Ruhe und Friede und in Gedanken sah ich wie mein Vater über die Himmelsleiter ein kleines Stück zu meiner Mutter und mir herunter stieg und für einen Augenblick stand alles still und war wunderschön. Jetzt erst sah ich jenen Stern der mit mir reden wollte und jetzt sah ich mich und war voller Dankbarkeit. Nur langsam fand ich meinen Schritt wieder und am Schlosstor hielt ich nocheinmal an und war in jenem weiten Land, das wir Glück nennen. Auf dem Weg zu meinem Turmzimmer habe ich mir vorgenommen, den Menschen von meinem Tschenglser Sternenhimmel zu erzählen. Danke, es war wunderbar.
Karl
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